AUSBAUHAUS NEUKÖLLN - Individuelle Freiheit und Teilhabe im Ausbau
Deutscher Bauherrenpreis 2018, Kategorie "Wohnen in Gemeinschaft" / Heinze Architektenaward "Mehrfamilienhäuser und Geschosswohungsbau 2017 / Nominiert Shortlist DAM Preis 2017 / Architekturpreis Berlin 2016, Kategorie "Neues Urbanes Wohnen"
PROJEKTDATEN
Programm: Gemeinschaftliches Wohnprojekt & Gewerbe
Ort: Braunschweiger Straße 41, 12055 Berlin-Neukölln
Größe: 3.600 m²
Wohneinheiten: 22
Leistungen: Phase 0 & LP 1 – 8
Bauherren: Baugruppe Ausbauhaus Neukölln GbR
Konstruktion: Stahlbeton-Gerüst, Betonfertigteile und -halbfertigteile, Selbstausbau
Nachhaltigkeit: Nutzungsflexible Einheiten
Projektteam: Jan Kertscher, Karoline Hietzschold, Lucia Nogaledo Tous, Jorge Andujar Rodriguez
Projektpartner: Müller Rose Projektsteuerung, Projekt Bau Kluge UG, Ingenieurbüro Lüttgens
PROJEKTBESCHREIBUNG
Wählbare Ausbaupakete oder Selbstausbau
Bei den „Ausbauhäusern“ wurde eine kostengünstige Konstruktionsform aus dem Gewerbebau gewählt, um freiüberspannte Einheiten zu schaffen, die unterschiedlich ausgebaut werden können. Durch diese Trennung konnten die Ausbaupakete „Minimal“, „Wohnung“ und „Selbstausbau“ angeboten werden, die unterschiedliche zeitliche und finanzielle Wünsche der Bewohner:innen berücksichtigen, ohne die Zeit- und Kostenplanung des Gesamtprojektes zu beeinflussen. Das erzeugt individuelle Freiheit und Teilhabe im engen Kostenrahmen.
Das Ausbauhaus Neukölln ist ein durch eine Baugruppe realisiertes Mehrgenerationenhaus mit 24 Einheiten zum Wohnen und Arbeiten, direkt an der Ringbahn in Berlin. Vor dem Hauseingang befindet sich ein Hof, welcher als gemeinschaftlicher Aufenthaltsbereich mit Fahrradstellplätzen, einem Spielplatz und Sitzbänken ausgestattet ist. An der Südseite sind Gärten angelegt. Die Gebäudestruktur wurde im Rohbau als robustes „Regal“ konzipiert und zum großen Teil in Vorfertigung mit Spannbetondecken und Wänden aus Betonhalbfertigteilen errichtet. Nicht nur der Vorfertigungsgrad, sondern vor allem die Trennung in Phasen mit wenig Mitbestimmung im Rohbau und viel Mitbestimmung beim Ausbau ermöglichte die Reduzierung der Planungs- und Bauzeit um ca. 12 Monate gegenüber vergleichbaren Projekten.
Durch die Befreiung des Grundrisses von der Tragstruktur und die flexible Lochfassade sind vielfältigste Grundrissvarianten möglich, ohne in die Gesamtstruktur des Hauses eingreifen zu müssen. Ein hochflexibler Ausbau mit jeglichem Grundriss bleibt möglich, weil es keine tragenden Wände innerhalb der Wohnungen gibt. Alle Einheiten zeichnen sich durch eine lichte Raumhöhe von 3 Metern aus. Jede Wohnung ist mit einer großzügigen Süd-Loggia mit Low-Tec-Sonnenschutzvorhang ausgestattet, welche den Wohnraum in den Außenraum erweitert. Das Ausbauhaus bietet eine Grundstruktur, die für Veränderungen und somit für eine aktive Inbesitznahme durch seine Nutzer:innen offen bleibt.
* AUSGEZEICHNET MIT DEM DEUTSCHEN BAUHERRENPREIS 2018, KATEGORIE "WOHNEN IN GEMEINSCHAFT"
* HEINZE ARCHITEKTENAWARD "MEHRFAMILIENHÄUSER UND GESCHOSSWOHNUNGSBAU" 2017
* NOMINIERT FÜR DIE SHORTLIST DES DAM PREISES 2017
* AUSGEZEICHNET MIT DEM ARCHITEKTURPREIS BERLIN FÜR "NEUES URBANES WOHNEN" 2016
* AUSZEICHNUNG DER INITIATIVE WOHNRAUM FÜR ALLE 2016
Literaturhinweis zum Forschungsschwerpunkt Wohnen: BEZAHLBAR. GUT. WOHNEN. Strategien für erschwinglichen Wohnraum. Klaus Dömer, Hans Drexler, Joachim Schultz-Granberg
Projekt Standort
Braunschweiger Straße 41
12055 Berlin
Deutschland

