GARTENHAUS NEURUPPIN - HOLZMASSIVBAUWEISE, ÖKOLOGISCHES BAUEN

Fertigstellung im Mai 2020 - Alle Wohnungen vergeben

PROJEKTDATEN

MASSIVHOLZHÄUSER NEURUPPIN
2 Mehrfamilienhäuser mit 23 nachhaltigen und kostengünstigen Miet- und Eigentumswohnungen (KfW 55)
Eisenbahnstr. 19-22
16816 Neuruppin

BGF 2.200 qm
LP 1-8
Bauherr Baugruppe & privater Investor
Fertigstellung Juni 2020

PROJEKTBESCHREIBUNG

Geschosswohnungsbau am historischen Stadtkern
Die zwei Mehrfamilienhäuser entstanden als Kopfbauten der Blockrand- und der Hofbebauung am Rand der historischen Altstadt Neuruppin. Sie bilden entlang der Eisenbahnstraße die Stadtkante zum Bahnhof West aus. Die 14 Mietwohnungen im Vorderhaus wurden durch einen Investor, die 9 Eigentumswohnungen im Gartenhaus durch eine Baugruppe errichtet. Der gemeinschaftliche Hof zwischen den Gebäuden fasst eingeschossige Nebengebäude, Radstellplätze und (entsprechend Bauordnung) einen Parkplatz pro Wohnung. Die Fassade wurde mit monochromen Biberschwanz-Ziegeln gestaltet und verfremdet damit ein lokales Element. Die typischen Neuruppiner Stadthäuser sind mit Putzfassade und Ziegeldach, zumeist Biberschwanz ausgebildet. 

Moderne, offene Etagenwohnungen mit großzügigem Außenbezug
Das viergeschossige langgezogene Vorderhaus ist als effizienter Vierspänner, das dreigeschossige kürzere Gartenhaus als Dreispänner ausgebildet. Die großzügigen 3 Meter hohen Wohnräume sind mit bodentiefen Fenstern ausgestattet. Die auf der Süd- und Westseite umlaufende 60cm tiefe Galerie, die auch großzügige Balkone einfasst, erweitert den Wohnraum in den Außenraum. 

Rohbau gleich Ausbau – vorgefertigte CLT-Platten sparen Arbeitsgänge und Material
Alle tragenden Rohbau-Bauteile, abgesehen von Betontreppe und Aufzugsschacht (Kalksandstein), sind in 10-24cm starken Massivholzbauteilen ausgeführt. Diese wurden mitsamt den Öffnungen für Fenster, Türen, technische Installationen, sowie Fräsungen für Elektroinstallation vollständig vorgefertigt. Diese präzise Vorfertigung im Werk sparte erheblich Bauzeit und reduzierte Arbeitsgänge sowie den Lärm auf der Baustelle. 
Dabei ist jede Wohnung als sich selbst tragende Einheit konstruiert, d.h. die Wohnungstrennwände sind aufgrund des Schallschutzes doppelt ausgebildet. Die großen Balkone und die umlaufende Galerie werden einfach und sehr kostengünstig durch Auskragungen der Massivholz-Geschossdecken hergestellt. Die Massivholzwände bleiben sichtbar, werden weiß lasiert und schaffen eine angenehme Oberfläche und ein wohngesundes Raumklima, wodurch der Rohbau beinahe gleich dem Ausbau ist.

90% Wiederverwertbarkeit durch sortenreine Trennung der ökologischen Baustoffe
Im gesamten Gebäude sind ökologische Baustoffe verwendet, die sich wiederverwerten lassen. Es wurde weitgehend auf den Einsatz von Verbundwerkstoffen und das Verkleben oder verspachteln von Materialschichten verzichtet und nur ökologisch abbaubare Farben und Lasuren verwendet. Dach und Fassade sind nicht wie im Wohnungsbau üblich als WDVS mit Putz (verklebter Sondermüll, brennbar) sondern aus naturrotem Biberschwanz auf einer Lattung ausgebildet, die auch die Mineralwolledämmung durch Klemmung aufnimmt. Ca. 90% des eingesetzten Baumaterials könnte wieder abmontiert und für ein neues Bauwerk wiederverwendet werden.

Kostengünstiger, nachhaltiger Wohnungsbau (KfW 55)
Die schmalen Holzwände von nur 10 cm ermöglichen pro Haus ca. 15qm mehr Wohnfläche als ein herkömmlicher massiver Wandaufbau mit WDVS. Der ökologische Wandaufbau mit den Ziegeln erzeugt keine Mehrkosten im Vergleich zum WDVS und reduziert die Gewerke auf der Baustelle. 
Auf einen Keller wurde verzichtet. Technik- und Abstellräume wurden für beide Häuser auf dem Grundstück untergebracht. Die Nebengebäude mit Gründach wurden aus den angefallenen Fensterausschnitten (Verschnitt der Massivholzplatten) gebaut. Die Wohngebäude (KfW 55) werden über die Fernwärme der Stadtwerke versorgt. Die 23 Miet- und Eigentumswohnungen sind im Kostensegment des sozialen Wohnungsbaus (1.900 € brutto/qm, WfL für die KG 300+400) im Frühjahr 2020 fertig gestellt worden. 

WEITERE INFORMATIONEN ZUM PROJEKT
Link zum Holzbauatlas: Massivholzhäuser Neuruppin
Link: Warum nicht mal ein Haus aus Holz? MOZ Juni 2020

Team: Tamara Granda, Bernd Miosge, Lutz Hüning, Heinrich Möhlenhaskamp, Paul Zöll
Projektsteuerung: Müller Rose Projektsteuerung 
Brandschutz: Eberl-Pacan Architekten, Ingenieure
Tragwerksplanung: Projekt-Bau Kluge
Haustechnik: Ingenieurbüro Lüttgens

Horizontale Reiter 01

Project type
We are not currently looking for cohousing project partipipants
Project type
Hausgemeinschaft - abgeschlossene Wohnungen
Status
Lived in
Start date planning
1. December 2017
Move-in date
1. June 2020
Property / building
Buildung type
Mehrfamilienhaus/-häuser
Kind of building
Old Building
New building
Special characteristics
  • Holzmassivbauweise
  • Ökologisches Bauen
Property size
3 250 m²
Apartment units
Number of apartments
9
Number of available apartments
0
Total area of living space
700 m²
Legal and financial aspects
Legal structure
Form of Ownership
To own

Horizontale Reiter 02

Cohousing members
Children / youth
10 Personen
Adults (under 60)
10 Personen
Adults (over 60)
10 Personen
Target group
  • Baugruppen
  • Living with Children
  • offene Zielgruppe
  • Einzelpersonen
Form of decision making
Minimal - Architect Makes Most Decisions
Group Decides by Consensus
Individual Floorplans and Individual Decisions on Accouterment
Emphases
  • Self-Organisation
Community spaces
Community spaces encompassed by the project
Community Gardens

CoHousing|Berlin Partner